Classic Motocross Sankt Pölten 16.04.2011

Start zum zweiten Lauf, in der Bildmitte (am Hinterrad): »Raketenmann« Fritz Bichler aus Seitenstetten
Autor: Ferdl Tinhofer
Saisonauftakt 2011 der MX-Classic in Sankt Pölten
Ideale Bedingungen auf der doch recht selektiven MX-Strecke in Phyra und gute Laune bei den alten Herren sowieso, prägte das Aufeinandertreffen der Altcrosser.
Fritzi Bratza fehlte diesmal, ihn streckte ein grippaler Virus nieder; Ludwig Fiala findet seine YZ 465 in der Garage nicht mehr, nachdem er sie zerlegt hatte. Josch Leitner nahm die Ex-Triumph vom Wolf Aichinger zum Herzeigen mit, da sie noch nicht ganz fertig ist, und der Wolfi stand mit einer Träne im Auge und gefalteten Händen davor und hielt eine kurze stille Andacht. Mit der ESO war er an diesem Tag nicht so glücklich, die war etwas zickig und so konnte er das Training gar nicht fahren, legte aber dann doch einen beachtlichen 1. Lauf hin. Als dann sein Bike beim 2. Lauf am Startgatter erneut bockte, nahm er es aber gelassen und mit Humor.
Bestes MX-Wetter, manchmal ein wenig frisch, spornte zu Höchstleistungen an, sonst war die Truppe fast vollzählig. Einige kleine Veränderungen gab es dennoch, so prügelte Hubert Schreiber seine alte CZ wieder ums Eck und machte Harry Schwarz das Leben schwer, meinte aber doch, dass die Twinshocks schon ein wenig komfortabler zu bewegen seien. »Panzi« Panzenböck tauchte heuer mit einer Monoshock auf, Gerhard Wallisch hat inzwischen das Licht von seiner KTM abmontiert und ist mit schärferem Sound unterwegs. Franz »Golli« Gollhammer trat mit einer 250er Suzuki an und hielt beide Läufe durch, auch Robert Schinko wirkte erstaunlich frisch. Die Neuzugänge Walter Knautz auf KTM und Franz Umgeher mit der HL 500 aus Erich Winters Besitz, boten einen respektablen Einstieg, Erich Winter, der wiederum auf seiner BSA und dem Coaching von Franz Unden mit zwei konstanten Läufen in 3. Position brillierte. Toni Steiner matchte sich gnadenlos mit Hans de Jong, dazwischen hämmerte Erich Grünauer, mit unverkennbaren Sound, seine Jawa ums Eck.
Die Seitenstettner Mafia war natürlich auch wieder da, bei deren wundersamen Vermehrung blickt sowieso keiner mehr durch.
Bertl Dieminger (Puch Frigerio) und Joe Miller (Kramer) vorne weg eine Klasse für sich, Andi Ritt gleich einmal hinter her, »Raketenmann« Fritz Bichler, mit seinen beiden Mechanikern »Jimmy« Fehringer und Harald »Hasch« Giritsch hochmotiviert und gewinnorientiert, beim Start ganz vorne, wurde aber von Gerhard Albrecht in beiden Läufen niedergerungen, wobei bei Fritz zu allem Unglück in der vorletzten Runde des 2. Laufs noch eine technische Panne dazukam. Wolfgang Kurz ließ ebenfalls aufhorchen, er fuhr zwar nur das Training, da aber dafür sauschnell, mit der Ex-250er KTM von Martin Maier, der aber noch eine scharfe 420er in seiner Garage hortet und mit Sicherheit irgendwo damit wieder auftauchen wird.
Was mich als Zuseher besonders gefreut hat, es war auch eine optische und akustische Augenweide, was die älteren Herren da abgeliefert haben, absolut sehenswert, spannend und alles andere als langweilig. Hier wird ein Stück Motocross-Kultur präsentiert und es waren halt einmal die Wurzeln, der teilweise absolut hochkarätigen Darbietungen der jungen Fahrer. Das es nun auch in Österreich zu einer Symbiose gekommen ist, hat sich Europa inzwischen auch schon herumgesprochen.
LG
Euer Ferdl
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Zuletzt aktualisiert: 09.05.2011 0:40 Uhr