Die Pausenclowns haben ihre Schuldigkeit getan

Gedankensplitter zum Classic Motocross in Mehrnbach (13./14. August 2011)

»… und hier sehen Sie wieder Erich Winter mit seiner BSA … BSA war die Birmingham Small Arms Company … kurz: BSA war ein britischer Motorradhersteller sowie ehemaliger Automobil-, Fahrrad- und Waffenproduzent in Birmingham, England.« So jedenfalls erzählte es uns der Streckensprecher, tatsächlich war es aber eine Triumph, die unser Erich Winter bewegte und sich auf dem für historische Motorräder völlig ungeeigneten Kurs unglaublich abquälte. So wie jeder andere auch, der dieses Rennen zu Ende brachte.

Von den alten Herren gaben alle hundert Prozent, einige brauchten bis zu einer Woche um sich wieder zu erholen. Es war eine »Rahmenbrecher-Partie«: Jan Hrdina auf seiner CZ – sonst in dieser Kategorie eine Klasse für sich – mit zerfetztem Hinterrad ausgefallen, Wolfgang Panzenböck vernichtete sowohl eine KTM als auch eine 465er Yamaha, etc.

Die Einführungsrunde vor dem zweiten Lauf wurde zur Lachnummer, da auf dem »vertikutierten« bewässerten Boden die Fahrer bergab stecken blieben und kopfschüttelnd vor Beendigung der Einführungsrunde ihre Geräte aus der Strecke zerrten. Glücklich war da keiner mehr und der Kommentar »Nie mehr wieder!« war immer häufiger zu hören …

Die Wertung – naja – machte sowohl das Desinteresse, aber auch die Unkenntnis der Materie transparent. Eins, zwei, drei und du bist raus – sogar beim NÖ-West-Cup macht man sich die Mühe in »Old« und »Young« zu unterteilen, damit das Ganze ein Bild bekommt. In Seitenstetten werden zwei Klassen, mit den jüngeren Motorrädern ab 1974 und Fahrern ab 30+ und die alten Herren mit Motorrädern bis 1974 und Fahreralter 40+ 50+ 60+ gefahren und alle sind glücklich, da doch Fahrer aus ganz Europa (Deutschland, Niederlande, Belgien, Tschechien) kommen. Dreißig Fahrer pro Klasse sind der Durchschnitt und so gibt es spannende Rennen am Samstag vor der Meisterschaft.

Langenlois nahm sich heuer ebenfalls der Sache an und knüpfte die Oldtimer-Partie liebevoll in deren Clubrennen ein. Jeder freute sich und meinte: »Da kommen wir gern wieder auf ein Flascherl Wein vorbei!« Die älteren Herren fahren und feiern halt auch gerne …

Die Voraussetzungen für so ein Event sind mühevolle Kleinarbeit, ein gutes Netzwerk, Sachkenntnis der ganzen Materie und sehr viel persönliches Interesse des Vereins, der sich auf so etwas einlässt. Aber davon war hier nichts im Geringsten zu spüren, man nahm halt einen Pausenfüller mit ins Programm, der am Abend zuvor auch noch einiges Geld im Bierzelt liegen ließ. Mit so einer Einstellung sollte man aber einfach die Hände davon lassen!

Die ADAC Masters hingegen war Motocross vom Feinsten! Tolle Läufe und unglaubliche Szenen, eine wirklich gute Show mit weltmeisterlichem Touch. Man hatte den Eindruck, dass manche Fahrer die halbe Strecke geflogen seien, eine Symbiose von Streckenführung und Motorradtechnik in Verbindung mit Top-Fahrern.

Tagesergebnis (unter Berücksichtigung des Wertungsfaktors)

CLASSIC

  1. Schwarz Heimo (AUT), KTM 250
  2. Karl Herbert (GER), CZ 380
  3. Koch Michael (GER), BSA Victor 441

TWINSHOCK

  1. Müller Johann (AUT), Kramer 500
  2. Ritt Andreas (AUT), KTM 420 MX
  3. Zehetner Siegfried (GER), Maico MC 490

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Zuletzt aktualisiert: 07.09.2011 20:07 Uhr