Michael Hirschmugl (Maico 490 Factory)

Winter-Motocross in Gosau: Panzis voller Einsatz

Ein Bericht von Gerhard Wallisch (Rennbetreuer und erklärter Lieblingsgegner von Wolfgang Panzenböck)

14.01.2012 – Gosau/Oberösterreich

Tagwache um 0345 Uhr, Abfahrt in Wiener Neustadt um 0500 Uhr. Aus »Winterungsgründen« wurde die Anfahrtsroute über die A1 gewählt. Ist zwar länger, aber wegen der letzten Schneefälle viel sicherer. In Bad Ischl war die Schneelage mit 20 cm noch passabel. Ebenso auch noch bei der Abzweigung am Hallstätter See mit etwa 50 cm. Dann aber in Gosau mehr als 1 m Schnee war doch eher erschreckend, zumal am Straßenrand die Wände aus Schnee noch viel höher waren.

Um 0840 Uhr sind wir am gut geräumten Parkplatz des Schiliftes = Fahrerlager angekommen. Anmeldung und Streckenbesichtigung waren schnell durchgeführt. Einführungsrunde und Fahrerbesprechung absolviert. Die Motocross-Runde war nicht sehr lang, aber mit etlichen Sprüngen und kleinen Wellen in geringem Abstand doch selektiv. Der Untergrund war teilweise eisig mit ca. 30 cm Schneeauflage.

Sicherheitshalber hatte Panzi zwei Bikes mitgenommen: KTM MC 250 Bj. 1982 (Monoshock) und meine Kawasaki KLX 250 Bj. 1980 (4-Takt). Beide natürlich mit speziellen Winterreifen ausgerüstet.

Zum Rennmodus: Es waren 11 Classic-Teilnehmer mit Bikes bis Baujahr 1992 angemeldet, welche auch gleichzeitig starteten. Drei Läufe mit je drei Runden waren zu absolvieren, wobei die erreichten Punkte je nach Platzierung zusammengezählt wurden. Die ersten fünf sind dann zum Finallauf aufgestiegen.

Leider sollte es nicht so weit kommen. Im ersten Lauf ist Panzi leider schlecht gestartet – Drittvorletzter – kämpfte sich aber wie ein Löwe ins Mittelfeld vor.

Im zweiten Lauf dann voll motiviert, startete Panzi hervorragend und war Dritter. Aber leider keine 100 m, denn ein anderer Teilnehmer touchierte sein Vorderrad und beide stürzten. Panzi fiel leider so unglücklich am harten Boden auf, dass er nicht mehr gehen konnte (aber keine gravierende Verletzung, sondern nur eine schwere Prellung des Beckens – fühlt sich an wie ein Hexenschuss). Das war es dann mit dem Rennfahren …

Fahrerlager
Panzi beim Überziehen der etwas zu klein geratenen Startnummer
Panzis Rücktransport nach dem Sturz
Panzi im Fahrerlager
Panzi verletzt mit provisorischer Gehhilfe

Meine Arbeit war dann das Bike zu bergen, ins Fahrerlager zu bringen und den Bus einzuräumen. Panzi wurde mit einem Quad zum Bus gefahren, er konnte ja nicht gehen. Man kann sich vorstellen, wie leicht ihm das Umziehen gefallen ist. Aber im Sitzen waren die Schmerzen erträglich. Nur das Einsteigen in den Bus dauerte zehn Minuten.

Die Heimfahrt erfolgte über die Steiermark, da ein Besuch bei Familie Schwarz eingeplant war. Dort angekommen, konnte Panzi – wie erwartet – nicht aus dem Auto aussteigen, somit wurde ihm von der netten Traude Schwarz der Kaffee in den Bus serviert!

In Wiener Neustadt bin ich dann ausgestiegen und Panzi fuhr alleine nach Hause. Wie befürchtet, konnte er auch dort fast nicht aussteigen. Seine Ehefrau Sissy wusste von dem Rennunfall ja nichts. Jedenfalls wurde Panzi in Sissys PKW verfrachtet und ins Spital gebracht. Aber wie bereits oben angeführt ist nichts gebrochen oder gerissen.

Wieder in zu Hause angekommen, wurde Panzi mittels eines Rollsessels in die Erdgeschosswohnung seiner Tochter gebracht, wo er auch die Nacht verbrachte. Wann er wieder in seine Wohnung im ersten Stock gehen kann ist noch ungewiss.

Aber sein Enthusiasmus ist ungebrochen, der Start auf der Reiteralm Anfang Februar ist fix!

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Zuletzt aktualisiert: 05.02.2012 12:11 Uhr